Okt

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ATV-Chef Kloiber winkt Fernsehwerbung Adieu und lobt Gebühren - James Murdoch zeigt größere Ambitionen auf den deutschen Markt - Szenen von den Medientagen in München

Miese Meldungslage zu den Medientagen in München: Magazinriese Time will 600 Jobs streichen. Der angesehene Christian Science Monitor stellt als erste größere US-Tageszeitung seine Druckausgabe werktags ein und erscheint unter der Woche nur noch online.

“Werbewelt im Wandel” nannten die Organisatoren der Münchner Medientage ihre traditionelles Gipfelgespräch noch beschönigend. Die Finanzkrise schlägt naturgemäß durch auf das Werbeklima und damit auf die Medien. „Wenn es Unternehmen schlecht geht, wird zuerst bei Werbe- und Marketingetats gespart”, leitete Wolf-Dieter Ring ein. Er führt die Bayerische Medienanstalt.

Lob den Gebühren

Herbert Kloiber sieht schon das Ende des klassischen Werbefilms nahen, der binnen fünf Jahren kaum noch eine Rolle spielen würde. Der Eigentümer der Tele München Gruppe, dem auch ATV gehört: „Der Wegfall der Spotwerbung ist errechenbar.” Privatsender müssten verstärkt auf alternative Werbeformen wie Product Placement setzen.
Kloiber betreibt nicht nur Sender wie ATV und Tele 5 und ist an RTL 2 beteiligt. Er handelt mit Filmen und Serien und produziert, zuletzt etwa die Neuauflage des “Seewolf”. So findet er flexibel eine Rolle, in der ihm die Werbekrise nicht so viel ausmachen soll.

Vor allem öffentlich-rechtliche Sender seien dank Gebührenfinanzierung auf der sicheren Seite. Aus der Sicht des Produzenten begrüßenswert: „In Zeiten der Krise ist eine übergewichtige Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Bereich ein Netz für die Produzentenschaft.” Gebührenanstalten (vielleicht eher noch die deutschen als der ORF) könnten „vorwiegend produzieren”. Privatsender, vor allem kleinere, griffen in der Regel auf Kaufprodukte zurück. Gut, dass Kloiber auch Filmhändler ist.

Stargast der Medientage war James Murdoch, Sohn des Medienmultis Rupert M., dessen Europa- und Asien-Aktivitäten er leitet. Die Murdochs haben schon mehrere Anläufe hinter sich, den deutschen Medien-, vor allem Fernsehmarkt aufzurollen. Bisher sind alle gescheitert.

München wie Mumbai

Doch James Murdoch verwies gleich nach seinem Bezug auf die Anläufe in Deutschland auf Indien: 20 Jahre habe ihre News Corp. dort investiert und investiert. Heute aber sei der Medienkonzern führender Programmanbieter in dem Milliardenmarkt. München soll nun Mumbai werden, konnte man zwischen den Zeilen lesen.

Oder Italien, wo Murdoch das größte Pay-TV betreibt. Oder Großbritannien, wo Murdochs Pay-Paket BSkyB nicht zuletzt dank Exklusivverträgen über Fußballrechte ein Drittel der Haushalte abdeckt. Und wo es zuletzt laut Murdoch mit hochauflösendem Fernsehen massiv zulegt. Zudem mit digitalen Videorecordern, die das Überspringen von Werbung erleichtern. Dafür verzichtete Murdoch auch schon auf Verträge mit Sendern, die diese Funktion ausgeschaltet wissen wollten.

Die Murdochs haben gerade die Kontrolle beim Abosender Premiere übernommen. Den treffen Werbekrisen weniger als Free-TV. Aber auch auf solche Sender soll Murdoch Appetit haben, spekuliert die Branche. ProSiebenSat.1 oder auch nur Sat.1 wurden schon als Kandidaten gehandelt. (fid, APA/DER STANDARD; Printausgabe, 30.10.2008)

Okt

31

ORF POKER

Oktober 31, 2008 | Leave a Comment

Unter “einer Reihe neuer Formatüberlegungen” des ORF findet sich auch ein Promi-Poker, sagte ORF-Sprecher Pius Strobl dem STANDARD. Am späten Abend gebe es Programmplatz von 25 bis 30 Minuten, erläuterte Strobl. Die erwäge der ORF zum Beispiel mit einer kurzen Pokersendung zu füllen. Wann könnte das Format starten? “Eher 2009″, sagt Strobl - so sich der ORF dafür entscheide.

Ganz ehrlich, dann sollte dem ORF endgültig die Gebührenfinanzierung gestrichen werden. bwin darf nicht für Poker werben aber der Öffentlich-rechtliche macht ‘ne eigene Show. Was ist das für ein Österreich?

Okt

31

Die verheißungsvolle Geldquelle Internet-Werbung sprudelt nach Ansicht führender deutscher TV-Sender, Verlagshäuser und Online-Anbieter bisher nur verhalten.

“Die Wachstumsraten waren in den vergangenen Jahren nicht so hoch, wie wir das erwartet haben”, sagte der für das Deutschland-Geschäft des Gruner+Jahr-Verlags zuständige Vorstand Bernd Buchholz am Freitag beim Online-Gipfel “Digital Advertising” auf den 22. Münchner Medientagen.

Zwar stiegen die Nutzung des Internets und auch die Werbeausgaben, der Wandel vollziehe sich aber nur in kleinen Schritten.

Erst 20 Prozent der Budgets online
Wie aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group hervorgeht, soll sich der Anteil der elektronischen Werbung in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln.

Bis 2015 könnte knapp die Hälfte der Werbebudgets in diesen Bereich fließen. Derzeit sind es der Studie zufolge gerade einmal rund 20 Prozent. Im Gegenzug sollen die Ausgaben für Werbung in den klassischen Medien wie Zeitungen, Fernsehen und Radio zurückgehen.

Keine Panik vor der Krise
Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise biete der Medienbranche bei allen Sorgen auch Perspektiven, sagte der Geschäftsführer des Süddeutschen Verlages, Karl Ulrich. “Man muss hier die Panik rausnehmen. Ich sehe die Möglichkeit, jetzt Dinge auszuprobieren, die wir in der Vergangenheit nicht versucht haben.”

Chance für klassische Medien
Anlass zur Sorge bestehe aber trotzdem nicht, betonte der Vertriebschef von ProSiebenSat.1, Klaus-Peter Schulz. Schließlich müssten die Werbeumsätze den klassischen Medien nicht zwangsläufig verloren gehen.

Vielmehr bestehe hier für Zeitungen und Fernsehsender die Chance, Werbung auf die eigenen Websites umzuleiten. Anders als in klassischen Medien dürfte im Internet künftig aber weniger die Reichweite als die Werbewirkung bei einer bestimmten Kundengruppe für die werbenden Unternehmen im Mittelpunkt stehen.

Werberelevanz der Portale
Der viel beschworene Maßstab der Page Impressions, also die Zahl von Klicks auf eine Seite, sei kein vernünftiger Gradmesser für die Werberelevanz einer Seite, sagte Buchholz. Soziale Netzwerke wie Facebook und studiVZ hätten zwar vergleichsweise hohe Raten, für Werbebotschaften eigneten sie sich aber nur bedingt. “Es ist völlig irre, studiVZ mit Spiegel Online zu vergleichen. Wir tun das aber noch.”

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Die besten Features:

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23

In den ersten neun Monaten 2008 wurde erstmals die Milliarden-Euro-Grenze geknackt

Für Werbung im Internet haben deutsche Firmen in den ersten neun Monaten 2008 erstmals eine Milliarde Euro ausgegeben. Nach Angaben der Nielsen Media Research GmbH stiegen die Bruttowerbeumsätze in dieser Mediengattung verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 37,2 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro. Allerdings haben sich die Wachstumsraten über die drei Quartale von 43,6 Prozent und 39,4 Prozent auf 30,1 Prozent abgeschwächt. Ein Ende des Online-Werbebooms sei aufgrund neuer Werbeangebote und Geschäftsmodelle noch lange nicht in Sicht, berichtete Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt.

Stärkste werbungtreibende Branchen im Internet waren demzufolge die Online-Dienstleistungen (192 Millionen Euro) vor Unternehmenswerbung (90 Millionen), Finanzdienstleistungen (75 Millionen) und E-Commerce (55 Millionen). Am deutlichsten verringerten die Handelsorganisationen (minus 28 Millionen Euro) ihre Bruttowerbeinvestitionen im Internet. (dpa)

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Cargo Werbung

Oktober 22, 2008 | Leave a Comment

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Frankreich will laut FutureZone mit Milliardeninvestitionen das Land flächendeckend mit Hochgeschwindigkeitsinternet-Zugängen versorgen.

Paris will zudem die Diskussion über das Monopol der vom US-Handelsministerium beaufsichtigten Organisation ICANN für die Verwaltung des weltweiten Datennetzes neu aufrollen. “Das Internet ist jetzt eine lebenswichtige, weltweite Infrastruktur von allgemeinem Interesse und muss als solche behandelt werden”, sagte Staatssekretär Eric Besson am Montag in Paris.

Insgesamt 154 Maßnahmen sollen Frankreich an die Weltspitze der Internet-Nationen führen. Das Projekt wird mit den Straßenbau-Vorhaben der 30er Jahre zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise verglichen.

Zehn Milliarden für Glasfasernetze
Alleine zehn Milliarden Euro will Paris in Glasfasernetze investieren. “Jeder Franzose, wo immer er wohnt, wird ein Anrecht auf Hochgeschwindigkeitsinternet für weniger als 35 Euro haben”, sagte Besson.

Ende 2011 sollen alle Franzosen zudem Zugang zu 18 digitalen, über Antenne empfangbaren TV-Programmen haben. Die Frequenzen des analogen Fernsehens sollen unter anderem für schnelle Internet-Dienste genutzt werden.

Frankreich will dabei eine europäische Abstimmung der Frequenznutzung für industriepolitische Zwecke. Vorbild ist die Förderung des Mobilfunks vor 20 Jahren.

Dieser Artikel ist ein weiterer Beleg dafür: die öst. Besonderheit bzgl. der Vielzahl an mobilen Internetmodems und dem dahingehenden massivem Wettbewerb ist ein einziges Armutszeugnis für die österreichische Infrastrukturpolitik der letzten Jahre.

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Youtube mag bereits für 10 Prozent des täglichen Internetverkehrs verantwortlich sein und mehr Zuseher haben, als renommierte TV-Sender, Geld verdient der Betreiber Google kaum damit. Noch scheint nicht der richtige Weg gefunden worden zu sein, die fülle an Inhalten kostendeckend zu monetarisieren.

Best of

Mit der Show Poptub will man nun ein erstes geeignetes Werbefeld für die Marketingambitionen der Industrie schaffen. Die Sendung wird von Embassy Row (Who Wants to Be a Millionaire) produziert und bietet strahlende AnsagerInnen, Interviews, bekannte Youtube-Stars, Promis, Newcomer, allerlei leichtes Amüsement und ein prominentes Peps-Sponsoring.

Geschäft

Poptub verspricht seinen Werbekunden 3 Millionen “Views” bis zum Ende des Jahres. Mehr als 100 Episoden wurden vorbereitet, wovon jeden Tag eine handvoll herauskommen. Die Show wird nicht nur über Youtube ausgestrahlt, sondern auch über das Google Content Network, das Videos an Googles Werbepartner liefert. (zw)

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