Archive for the 'Entertainment' Category

Events Crossmedial und Geld damit verdient

Dienstag, November 18th, 2008

MTV Schweiz und Tillate.com, die Schweizer Party- und Event Website, haben über längere Zeit eine Kooperation betrieben mittels der Events im TV und online dargestellt wurden. MTV hat die Eventberichterstattung Sponsoren verkauft.

Hier zwei Beispiele zur Eventberichterstattung im TV:

Auf Youtube findet man noch mehr davon: hier eine Übersicht aller Nightlife TV Videos

Auch goTV setzt sich seit längerem auf die Eventschiene und holt affine Sponsoren - aber auch Zuseher - mit ins Boot. Hier ein Beispiel vom Nuke Festival:

Kleinere Events bzw. Partys werden in Form von gesponserten Trailern angekündigt und verkauft:

YouTube goes offline. For Music and Events…

Sonntag, November 16th, 2008

YouTube’s goes offline with its most popular content creators — for an evening of musical acts, comedy sketches and screenings.

Dubbed YouTube Live, the one-night only showcase will feature performances by rapper Soulja Boy, Sarah Palin-spoofing vlogger LisaNova, masked martial artist Ask A Ninja and Discovery Channel’s MythBusters, among others.

The Google-owned company will host the event on Nov. 22 at Fort Mason Center in San Francisco.

For fans unable to make the trek to California, YouTube promises the entire two-hour event will stream live and in real time.

Since its launch, the popular video site has only supported pre-recorded content.

But with competitive video portals like Hulu experimenting with streaming broadcasts, some tech bloggers are speculating that the event is a stealthy way to test-drive new capabilities for the site and may even result in an announcement during the evenings festivities.

Anyways, YouTube said it intends to hold follow-up events to “YouTube Live,” but it gave no details on those plans. A concert in Tokya still seems to bet set up already as well…

This seems to be a first step to an interesting showcase for leading an internet brand into a modern crossmedia concept of presenting a brand online, on-air, on the ground and on-the-go. Keep your fingers crossed that Youtube makes it.

Journalisten arbeiten noch wenig crossmedial

Sonntag, November 16th, 2008

“Medienhaus Wien” untersuchte Newsroom-Modelle in Österreich, Spanien und Deutschland - Medienkonvergenz spielt für Journalisten untergeordnete Rolle
Zeitunglesen im Internet und Fernsehen am Handy - das Verschmelzen ursprünglich getrennter Mediensparten ist zwar für Konsumenten längst Wirklichkeit, auf der Ebene der journalistischen Arbeitspraxis ist die Medienkonvergenz aber noch nicht richtig angekommen. In nur wenigen europäischen Verlagshäusern werken Print-, TV- und Onlineredakteure unter einem Dach in einem gemeinsam organisierten Workflow. Das zeigt ein Forschungsprojekt, für welches das Medienhaus Wien Newsroom-Modelle in Österreich, Spanien und Deutschland untersuchte. Die Ergebnisse wurden heute, Freitag, in Wien heimischen Branchenexperten vorgestellt.

“Mehr am Podium als in der Realität”

“Die großen Multimedia-Diskussionen finden mehr am Podium von Branchenkonferenzen statt, als in der Realität der Redaktionen”, erklärten Medienhaus-Gesellschafter Daniela Kraus und Andy Kaltenbrunner im Vorfeld der Präsentation gegenüber der APA. Lediglich rund ein Fünftel der österreichischen Journalisten würden etwa derzeit bi- oder mehrmedial arbeiten.

Eine Komplettintegration ist jedoch ohnehin nicht um jeden Preis erstrebenswert. Unterschieden werden “Full Integration” (gemeinsames Gebäude und Workflowmanagement), “Crossmedia” (getrennte Sektionen aber übergreifende Zusammenarbeit) und “Koordination isolierter Plattformen” (Weitgehend getrennte Strategien). Welche Modelle sinnvollerweise implementiert werden, hängt dabei nur teilweise von den verlegerischen Interessen ab.

Wie der Forschungsartikel zeigt, determinieren insbesondere die nationalen Marktbedingungen und gesetzlichen Regulierungen den “Konvergenzgrad”. In Spanien entwickelten sich demnach aufgrund der vergleichsweise geringen Beschränkungen für “Cross-Ownerships” Medienunternehmen am ehesten zu tatsächlichen Multimedia-Häusern, heißt es.

Eine Besonderheit ist, dass es in Spanien auch zur - in den beiden anderen Vergleichsländern nicht vorhandenen - Konvergenz von TV- und Print-Prozessen kommt: Bei der regionalen “La Verdad Multimedia Group” kooperieren etwa die jeweiligen Chefredakteure von Print-, Online-, Radio- und TV bei Content, Themensetzung und diversen Kostenfragen. Anders als in Deutschland und Österreich gilt in Spanien nicht der Zeitungsmarkt, sondern der früh liberalisierte audiovisuelle Sektor als starke Größe. In Österreich sei die Verschmelzung zwischen Fernsehen und Zeitung durch die späte Entwicklung des dualen Systems verhindert worden, in Deutschland sei dies durch gesetzliche Konzentrationsbeschränkungen nicht möglich, so Kaltenbrunner.

Konvergenzfrage “zentrale Problemstellung”

Aber auch die Tageszeitungen müssten sich künftig im Hinblick auf den zunehmenden Leserschwund stärker als derzeit mit Konvergenzthemen auseinandersetzen. Printausgaben von österreichischen Tageszeitungen hätten innerhalb eines Jahrzehnts in der Internet-Generation der 15- bis 40-Jährigen knapp ein Fünftel ihrer Reichweite verloren. Durch die daraus resultierenden Fragen nach Mediendiversifikationsstrategien bleibe die Konvergenzfrage für Zeitungseigentümer eine “auf lange Sicht zentrale Problemstellung”.

Untersucht wurden die Tageszeitungen “Die Welt” und die “Hessisch-Niedersächsisch Allgemeine” in Deutschland, “El Mundo” und “La Verdad” in Spanien, sowie die heimischen Erscheinungen “Der Standard” und “Österreich”. (APA)

Facebook vor dem Aus?

Samstag, November 15th, 2008

“Die Userzahlen wachsen, die Kosten explodieren: eine Million Dollar gibt Facebook im Monat allein für Strom (!) aus, hunderte Millionen fließen in den Ausbau der Serverinfrastruktur. Obwohl erst vor kurzem erfolgreich 500 Millionen “geraised” werden konnte, muss sich das erfolgreichste Social Network schon wieder auf die Suche nach frischem Kapital machen, und das könnte in Krisenzeiten weit schwieriger werden als gewöhnlich. Ein Leben ohne Attack, Superpoke und Status Updates muss derzeit zwar noch niemand befürchten - in einem halben Jahr könnte die Situation allerdings schon ganz anders aussehen, denn Facebook leidet unter einem Paradoxon des Web 2.0: die explodierenden Userzahlen verursachen Kosten, die durch die Werbeeinahmen nicht mal ansatzweise gedeckt werden können.

“Aufmerksamkeit = Geld” lautet das derzeitige Credo der Social Web Monetarisierung, doch betrachtet man das Finanzierungsmodell von Facebook aus der Nähe, dann scheint alle Theorie noch grauer als sonst. Denn obwohl Mark Zuckerbergs Vanitas-Spielwiese vor noch nicht einmal einem Jahr auf einen Firmenwert von saftigen 5 Milliarden Dollar geschätzt wurde, fehlen bislang die Realgewinne, die eine solche Bewertung rechtfertigen könnten.

Das ist besonders paradox, weil Facebook seit Mitte diesen Jahres erstmals den Hauptkonkurrenten MySpace in punkto unique Visits überflügeln konnte, und der Aufwärtstrend hält seitdem ungebrochen an, woran Europa einen hohen Anteil hat. Aber User aus der alten Welt sind teure Kunden, denn hierzulande kosten sowohl Bandbreite als auch Manpower eine ganze Latte mehr als in den USA. Die Betreiber kommen kaum mit der Skalierung der Infrastruktur nach, geben 1 Million Dollar im Monat für Strom aus und haben die 500 Millionen der letzten Finanzierungsrunde schon so gut wie verbraucht.
In Zeiten weltweiter Finanzkrisen liegt das Investorengeld aber bekanntlich nicht gerade auf der Straße rum, und CFO Gideon Yu war vorige Woche sicherlich nicht (nur) in Dubai, um auf Kamelen zu reiten.

Der teure Erfolg vermittelt einen realistischen Blick auf den Status Quo des Web 2.0: eine aktuelle Studie, die Ernest & Young für Burda Media durchführen, bestätigt, was alle Involvierten längst wissen: klickbasierte Werbung ist nicht der Weisheit letzter Monetarisierungsschluss.
Es steht zu vermuten, dass Facebook neues Investorengeld auftreiben kann, aber zugleich wird der Druck nach höheren Gewinnspannen akut, soll sich dieselbe Geschichte nicht in kürzester Zeit wiederholen. Eines zeigt die Geldnot des Branchenprimus jedoch überdeutlich: die goldene Ära der Start-Up Finanzierung, auch 2. Blase genannt, neigt sich rasant ihrem Ende zu: wer zukünftig sein Internet-Publikum finden und längerfristig entertainen will, wird nicht umhin kommen, sich ernsthaft Gedanken übers Geldverdienen zu machen.”

Ritchie Pettauer in seinem Artikel auf Blogpiloten

Werbewelt im Wandel

Freitag, Oktober 31st, 2008
ATV-Chef Kloiber winkt Fernsehwerbung Adieu und lobt Gebühren - James Murdoch zeigt größere Ambitionen auf den deutschen Markt - Szenen von den Medientagen in München

Miese Meldungslage zu den Medientagen in München: Magazinriese Time will 600 Jobs streichen. Der angesehene Christian Science Monitor stellt als erste größere US-Tageszeitung seine Druckausgabe werktags ein und erscheint unter der Woche nur noch online.

“Werbewelt im Wandel” nannten die Organisatoren der Münchner Medientage ihre traditionelles Gipfelgespräch noch beschönigend. Die Finanzkrise schlägt naturgemäß durch auf das Werbeklima und damit auf die Medien. „Wenn es Unternehmen schlecht geht, wird zuerst bei Werbe- und Marketingetats gespart”, leitete Wolf-Dieter Ring ein. Er führt die Bayerische Medienanstalt.

Lob den Gebühren

Herbert Kloiber sieht schon das Ende des klassischen Werbefilms nahen, der binnen fünf Jahren kaum noch eine Rolle spielen würde. Der Eigentümer der Tele München Gruppe, dem auch ATV gehört: „Der Wegfall der Spotwerbung ist errechenbar.” Privatsender müssten verstärkt auf alternative Werbeformen wie Product Placement setzen.
Kloiber betreibt nicht nur Sender wie ATV und Tele 5 und ist an RTL 2 beteiligt. Er handelt mit Filmen und Serien und produziert, zuletzt etwa die Neuauflage des “Seewolf”. So findet er flexibel eine Rolle, in der ihm die Werbekrise nicht so viel ausmachen soll.

Vor allem öffentlich-rechtliche Sender seien dank Gebührenfinanzierung auf der sicheren Seite. Aus der Sicht des Produzenten begrüßenswert: „In Zeiten der Krise ist eine übergewichtige Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Bereich ein Netz für die Produzentenschaft.” Gebührenanstalten (vielleicht eher noch die deutschen als der ORF) könnten „vorwiegend produzieren”. Privatsender, vor allem kleinere, griffen in der Regel auf Kaufprodukte zurück. Gut, dass Kloiber auch Filmhändler ist.

Stargast der Medientage war James Murdoch, Sohn des Medienmultis Rupert M., dessen Europa- und Asien-Aktivitäten er leitet. Die Murdochs haben schon mehrere Anläufe hinter sich, den deutschen Medien-, vor allem Fernsehmarkt aufzurollen. Bisher sind alle gescheitert.

München wie Mumbai

Doch James Murdoch verwies gleich nach seinem Bezug auf die Anläufe in Deutschland auf Indien: 20 Jahre habe ihre News Corp. dort investiert und investiert. Heute aber sei der Medienkonzern führender Programmanbieter in dem Milliardenmarkt. München soll nun Mumbai werden, konnte man zwischen den Zeilen lesen.

Oder Italien, wo Murdoch das größte Pay-TV betreibt. Oder Großbritannien, wo Murdochs Pay-Paket BSkyB nicht zuletzt dank Exklusivverträgen über Fußballrechte ein Drittel der Haushalte abdeckt. Und wo es zuletzt laut Murdoch mit hochauflösendem Fernsehen massiv zulegt. Zudem mit digitalen Videorecordern, die das Überspringen von Werbung erleichtern. Dafür verzichtete Murdoch auch schon auf Verträge mit Sendern, die diese Funktion ausgeschaltet wissen wollten.

Die Murdochs haben gerade die Kontrolle beim Abosender Premiere übernommen. Den treffen Werbekrisen weniger als Free-TV. Aber auch auf solche Sender soll Murdoch Appetit haben, spekuliert die Branche. ProSiebenSat.1 oder auch nur Sat.1 wurden schon als Kandidaten gehandelt. (fid, APA/DER STANDARD; Printausgabe, 30.10.2008)

ORF POKER

Freitag, Oktober 31st, 2008

Unter “einer Reihe neuer Formatüberlegungen” des ORF findet sich auch ein Promi-Poker, sagte ORF-Sprecher Pius Strobl dem STANDARD. Am späten Abend gebe es Programmplatz von 25 bis 30 Minuten, erläuterte Strobl. Die erwäge der ORF zum Beispiel mit einer kurzen Pokersendung zu füllen. Wann könnte das Format starten? “Eher 2009″, sagt Strobl - so sich der ORF dafür entscheide.

Ganz ehrlich, dann sollte dem ORF endgültig die Gebührenfinanzierung gestrichen werden. bwin darf nicht für Poker werben aber der Öffentlich-rechtliche macht ‘ne eigene Show. Was ist das für ein Österreich?

Cargo Werbung

Mittwoch, Oktober 22nd, 2008

Apple verhöhnt Microsofts Werbekampagne

Montag, Oktober 20th, 2008

Google dreht eigene Youtube-Show

Samstag, Oktober 18th, 2008

Youtube mag bereits für 10 Prozent des täglichen Internetverkehrs verantwortlich sein und mehr Zuseher haben, als renommierte TV-Sender, Geld verdient der Betreiber Google kaum damit. Noch scheint nicht der richtige Weg gefunden worden zu sein, die fülle an Inhalten kostendeckend zu monetarisieren.

Best of

Mit der Show Poptub will man nun ein erstes geeignetes Werbefeld für die Marketingambitionen der Industrie schaffen. Die Sendung wird von Embassy Row (Who Wants to Be a Millionaire) produziert und bietet strahlende AnsagerInnen, Interviews, bekannte Youtube-Stars, Promis, Newcomer, allerlei leichtes Amüsement und ein prominentes Peps-Sponsoring.

Geschäft

Poptub verspricht seinen Werbekunden 3 Millionen “Views” bis zum Ende des Jahres. Mehr als 100 Episoden wurden vorbereitet, wovon jeden Tag eine handvoll herauskommen. Die Show wird nicht nur über Youtube ausgestrahlt, sondern auch über das Google Content Network, das Videos an Googles Werbepartner liefert. (zw)

Content anytime and anywhere

Dienstag, September 2nd, 2008

Das Branchenmagazin promedia sprach mit Dr. Marcus Englert, Vorstand Diversifikation ProSiebenSat.1 Group und Vorsitzender der Geschäftsführung von SevenOne Intermedia, über die Bedeutung der Digitalisierung, die Online-Strategie unserer Gruppe, die Veränderung der Mediennutzung und unsere Video-on-Demand-Angebote. Das Interview erschien im Vorfeld der Medienwoche Berlin-Brandenburg, die in dieser Woche in Berlin stattfindet.

Marcus Englert

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für ein klassisches Fernsehunternehmen wie ProSiebenSat.1 ?

Die digitale Entwicklung stellt einen Inhalte-Anbieter wie die ProSiebenSat.1 Group vor neue Herausforderungen - und bietet zugleich substanzielle Wachstumschancen. Denn die klassische Wertschöpfungskette im TV hat sich grundlegend verändert. Bis vor kurzem handelten wir nach einem einfachen Prinzip: Wir haben Programme produziert oder gekauft und sie über den klassischen Fernsehkanal ausgestrahlt. Heute heißen die Schlagworte ‘Delinearisierung’ und ‘Vielfalt’. Das bedeutet, dass wir unseren produzierten Inhalt nicht mehr nur für klassisches Free-TV, sondern für verschiedene Angebote verwenden. TV-Inhalte sind heute über ein breites Spektrum an Plattformen, Kanälen und Geräten verfügbar - als Video-on-Demand, Pay-TV, DVD, über Games, Handy und andere mobile Endgeräte.

Da bleiben Konsequenzen für die Entwicklung von TV-Formaten sicher nicht aus.

Völlig korrekt. Bei der Entwicklung von Fernsehformaten denken wir von vornherein über passende Angebote für die jeweilige Plattform der Verwertungskette nach. Für die Staffeln von “Germany´s next Topmodel” oder “POPSTARS” beispielsweise haben Bewerbungsplattformen mit Abstimmungen durch die User die bestbewerteten Kandidatinnen bereits direkt vor die Jury katapultiert. Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie wir das Internet so nutzen können, dass ein Mehrwert für das Format und für die Zuschauer entsteht.

Welche Strategie verfolgt ProSiebenSat.1 im Hinblick auf Internet-Portale? Wo liegt Ihr Fokus?

Wir haben uns insbesondere an den zukunftsträchtigen interaktiven Online-Portalen beteiligt. Durch diese Zukäufe haben wir die strategische Position unserer Gruppe weiter gestärkt. Zugleich konnten wir durch diese Angebote neue Zielgruppen an unser Kerngeschäft heranführen - an das Free-TV. Denn Portale wie unsere Video-Community MyVideo leben von Bewegtbild, von Inhalt - neben den wirklichen von Nutzern generierten Inhalten. Und das ist unsere Kernkompetenz. Interaktive Online-Plattformen wie MyVideo.de, lokalisten.de oder wer-weiss-was.de bieten uns neuartige Verbreitungswege für unsere Inhalte, mit denen gezielt neue Nutzungsgewohnheiten und Zielgruppen angesprochen werden können. Darüber hinaus eröffnen uns die Websites innovative Vermarktungsmöglichkeiten.

Ihr neuestes Portal in der ProSiebenSat.1 Networld ist das Frauenportal Fem.com. Was war der Beweggrund für den Erwerb?

Mit dem Frauen-Portal Fem.com schließen wir eine wichtige Lücke im Internet-Angebot der ProSiebenSat.1 Group, da die Zielgruppe sowohl im Internet als auch im Fernsehen essentiell ist. Wir vergrößern unser Netzwerk an Online-Portalen, das schon jetzt mehr als 18 Millionen Unique User in Deutschland hat. Fem.com bündelt rund 30 mittlere Internetseiten für die weibliche Zielgruppe. Weitere Partner werden sukzessive folgen. Das Spektrum der Themen reicht von Beauty, Fashion und Lifestyle über Stars und Musik bis hin zu Liebe und Partnerschaft.

Wird das Internet das neue Leitmedium? Verdrängt das neue Medium die klassischen Medien?

Nein, gewiss nicht. Das ist und bleibt TV. Das Fernsehen konnte seine Rolle als unangefochtenes Leitmedium, als Leuchtturm, in den vergangenen Jahren nicht nur behaupten, sondern sogar noch ausbauen - und das trotz der rasanten Karriere des Internets. Auch für das Fernsehen gilt das Riepl´sche Gesetz: Kein Medium wird durch ein neues Medium ersetzt oder verdrängt.

Sie sind sowohl mit Free- als auch mit Paid-Angeboten im Internet vertreten.  Die Free-Angebote an Sendungen zum Abrufen nehmen zu. Warum verstärken Sie das kostenlose Abrufen von Programmen?

Beide Angebote ergänzen sich optimal: Mit unserer “Full-Episodes”-Offensive auf den TV-Portalen erweitern wir den Nutzerkreislauf um ein weiteres Glied in der Auswertungskette. Hat der Zuschauer mal eine Folge verpasst oder möchte sie noch einmal sehen, steht sie ihm auf den Sites von Sat.1, ProSieben und kabel eins für sieben Tage zur Verfügung. Und das bereits direkt nach der Ausstrahlung im Fernsehen. Er bleibt also in seinem vertrauten Sender- und Markenumfeld, das sich online fortsetzt. maxdome hingegen deckt als Online-Videothek den Zugriff auf die gesamte Staffel ab, inklusive Preview der aktuellen Folge vor der TV-Ausstrahlung als weiterem Mehrwert. Von Kannibalisierung also keine Spur.

Warum bündeln Sie Ihr Video-on-Demand-Angebot nicht in einer ProSiebenSat.1 Mediathek?

Wir haben uns vor zwei Jahren bewusst entschieden, mit maxdome für Video-on-Demand eine neue, neutrale Medienmarke einzuführen, was auch sehr gut gelungen ist. Auch wenn insbesondere im TV-Bereich die Inhalte mit dem Programm unserer TV-Sender stark korrelieren, so bieten wir bei maxdome eine Vielzahl von Videos an, die weit über die aktuellen TV-Formate hinausgehen, etwa im Bereich Cartoons, Sport oder Dokumentationen. Unser Sender haben bei maxdome eigene Markenbereiche, in denen die jeweiligen Formate übersichtlich gebündelt sind. Umgekehrt ist maxdome in die Free-VoD-Angebote unserer Senderwebsites integriert.

Welche Inhalte lassen sich als Paid-Angebote über das Internet vor allem vermarkten?

Je exklusiver ein Inhalt beziehungsweise je früher das Angebot wahrgenommen werden kann, desto größer ist natürlich die Zahlungsbereitschaft. Insbesondere Previews aktuell einstartender TV-Serien sind bei den Usern sehr begehrt. Immer mehr Filme können wir schon zeitlich parallel zum DVD-Start anbieten, wie etwa den deutschen Kinohit “Keinohrhasen”. Dazu kommen Zielgruppenformate, die man im Netz nur mit hohem Suchaufwand oder gar nicht findet, wie klassische Kinder- oder TV-Serien, Sportangebote wie Extremsport und Schalke 04-TV oder Musikkonzerte - teilweise sogar live. Die Vielfalt und Convenience, die wir mit der ständigen Verfügbarkeit von heute über 15.000 Titeln unseren Usern bieten können, macht ebenfalls einen großen Teil der Zahlungsbereitschaft aus, wie wir auch an der hohen Zahl an Abo-Kunden sehen.

Können Sie Angaben zur Nutzung von maxdome machen?

Wir haben im Monat bis zu 200.000 Kunden, die maxdome aktiv nutzen, und darüber hinaus eine vielfach höhere Zahl an registrierten Usern, die punktuelle Angebote abrufen. Insgesamt werden über 2,5 Millionen Video-Views generiert - damit stehen wir mit maxdome klar an der Spitze des Marktes.

Wie entwickeln sich die Umsätze? Steigt die Bereitschaft der User, im Internet für Angebote auch zu bezahlen?

Die Entwicklung der Nutzer von maxdome spiegelt sich natürlich auch positiv in den Umsätzen wider. Wie gesagt, wenn Produkt und Angebot stimmen, besteht eine Zahlungsbereitschaft. Außerdem generieren wir bei maxdome noch Umsätze mit Präsenterwerbung und Advertising on Demand -  eine immer begehrtere Werbeform. Im Übrigen haben wir seit Juni ein gemeinsames Unternehmen für maxdome mit der United Internet Group gegründet - und die gebündelte Expertise aus Programm, Produkt, Marketing und Sales bringt uns in der Schlagzahl deutlich voran.

Und wie wird sich maxdome weiterentwickeln?

Zum einen werden wir inhaltlich das Angebot weiter in Breite und Tiefe differenzieren. Also klar unsere “Helden”, die Blockbuster, herausstellen, aber bei TV-Serien, Dokumentationen, im Family-Bereich wie insbesondere auch beim Sport einzigartige Angebote schaffen und die Vielfalt ausbauen, die unsere Position als größte deutsche Online-Videothek unterstreichen. Zum anderen wird die Nutzung von maxdome zukünftig verstärkt auf dem Fernsehbildschirm stattfinden. Wir bieten dazu nicht nur spezielle Set-Top-Boxen mit verschiedenen Partnern, auch gibt es inzwischen eine hervorragende VISTA-Anwendung über das Windows Media Center. Damit positioniert sich maxdome verstärkt als essentielles Home Entertainment-Produkt.

Bewegtbild wird zunehmend über mobile Endgeräte genutzt. Welche Chancen und Konsequenzen ergeben sich daraus für Ihre Internet-Angebote?

Bereits seit dem Jahr 2004 bieten wir unsere Formate und Inhalte auf allen verfügbaren Distributionswegen an. Content anytime and anywhere heißt die Devise.
Mobile entwickelt sich neben TV und PC zum dritten Bildschirm. Der mobile Entertainment-Markt hat ein immenses Potenzial. Aber der Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Voraussetzung für eine schnelle Entwicklung bilden die Verfügbarkeit attraktiver, multimediafähiger Endgeräte, eine hohe Bandbreite sowie ein transparentes Kostenmodell für Datentraffic. Hier sind die Handsethersteller und Operator gefordert. Der Mobile Kanal wird zum persönlichsten aller Medien und wir glauben fest daran, dass sich Mobile als wichtiger Bestandteil im Marketing-Mix etablieren wird.

Wird sich durch die zunehmende Verbreitung des Internets das Fernsehverhalten weg vom traditionellen TV-Konsum hin zum Abruffernsehen verändern? Ihre Prognose für das Jahr 2018?

In zehn Jahren wird es beides geben: Fernsehprogramme, wie wir sie heute kennen, aber auch eine neue TV-Nutzung über Breitband-Internet, Handy und iPods. Die jungen Zielgruppen zeigen, wohin der Trend geht. Sie sind gleichzeitig traditionelle Fernsehzuschauer und haben ein zunehmendes Interesse an On-Demand-Angeboten: Fernsehen, wann immer und wo immer der Konsument es will, das ist die Erwartung junger Menschen. In einer Zukunft mit immer mehr Bildschirmen im Alltag wird Fernsehen immer wichtiger werden. Gewinnen wird der mit den besten Inhalten.

Quelle: promedia, 9/2008, Ausgabe zur IFA und Medienwoche Berlin-Brandenburg (Auszug)