Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us
Mittwoch, September 12th, 2007
Bill Clinton for Hillary:
Microsofts Suchmaschine Live Search hat im Juni laut Handelsblatt vom 18.07. ihren Marktanteil im US-amerikanischen Markt um 2,9 auf 13,2 Prozent gesteigert. Das geht aus Erhebungen des Branchendienstes Comscore hervor. Hintergrund ist eine Marketingaktion („Live Search Club“), die Nutzern zahlreiche Prämien wie z. B. kostenlose Onlinespiele bot. Das ist der höchste monatliche Zuwachs, seit Microsoft 2004 seine erste eigene Suchmaschine gestartet hat. Verlierer waren im letzten Monat Google, das allerdings mit 49,5 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte) weiter die Websuche souverän dominiert, und Yahoo mit 25,1 Prozent (minus 1,3). Ask.com blieb bei 5,0 Prozent unverändert, und Time Warner Network (mit AOL) gab auf 4,2 Prozent (minus 0,4) nach.
In Deutschland will Google mehr Mittelständler für seine Werbeangebote wie Adwords oder Google Maps gewinnen. Google bietet nun eine Art „Erste-Hilfe-Koffer“ für den Einstieg: Ein Startguthaben von 30 Euro, eine kostenlose Webpage sowie eine begleitende Werbekampagne zu der Aktion sollen Hemmschwellen herabsetzen.
Youtube-Videos sind gemäß einem aktuellen Bericht der FAZ für 10 Prozent des Datenverkehrs im Internet verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt der amerikanische Netzwerkspezialist Ellacoya Networks, der deutliche Verschiebungen in den Datenströmen im Netz beobachtet hat.

Nachdem Tauschbörsen in den vergangenen vier Jahren den überragenden Anteil am Datenverkehr im Internet ausgemacht hätten, habe nun das World Wide Web die Führung übernommen. 46 Prozent des Datenverkehrs entfallen auf das Anschauen von Texten und Fotos auf Websites, 36 Prozent auf Videoübertragungen und 5 Prozent auf Audioübertragungen.
„Weg vom normalen Surfen“
„Die Art, wie Menschen das Internet nutzen, ändert sich rapide - weg vom normalen Surfen hin zu Echtzeitübertragungen. Wir erwarten neue Anwendungen in den kommenden Jahren, die diesen Trend noch verstärken“, sagte Ellacoya-Manager Fred Sammartino.
Diese Entwicklung ist brisant, da vor allem in den Vereinigten Staaten unter dem Stichwort Netzneutralität heftig diskutiert wird, ob die Netzbetreiber von den Internetunternehmen Geld für den Zugang zu ihren Nutzern verlangen können.
Gefunden im Online-Marketing Forum… Seitwert, ein sehr nettes neues Tool, errechnet den Wert einer Website aufgrund vielfältiger Parameter:
Für viele Sites und Webmaster bietet das einen wirklich guten Check.
Ein hervorragender Artikel in der FTD von Katrin Elger und Arndt Ohler…
“Wer gern im Web surft, sollte besser kein Problem damit haben, viel von seiner Privatsphäre preiszugeben. Denn die Spuren, die ein Nutzer hinterlässt, werden immer hartnäckiger von der Werbeindustrie verfolgt. Sucht etwa ein Kunde in einem Internetportal wie Yahoo nach Tipps für die Entfernung von Tintenflecken, wird dieses Interesse so schnell nicht mehr in Vergessenheit geraten: Beobachtet dieselbe Person zu einem späteren Zeitpunkt bei “Yahoo Finanzen” Aktienkurse, erscheint - wie von Zauberhand - erneut Waschmittelwerbung.
“Behavioral Targeting”, sprich Personifizierung von Werbung, heißt die Strategie, die Onlinewerbung für viele Unternehmen so interessant macht. Die Branche jedenfalls hat sich in einen regelrechten Kaufrausch gestürzt. Insgesamt knapp 10 Mrd. $ gingen in den vergangenen Wochen für Werbetechnikanbieter über den Tisch. Google erstand für 3,1 Mrd. $ die Onlinewerbeplattform Doubleclick, Microsoft gab 6 Mrd. $ für die Onlinewerbefirma Aquantive aus, und AOL erstand den deutschen Technikdienstleister Adtech.

Die Portale und Technologiedienstleister hoffen, durch die gezielte Steuerung der Werbung in Echtzeit, bei der die Nutzerdaten anonym gesammelt werden, viele neue Kunden zu gewinnen. Während Versicherungs-, Reise- sowie Autokonzerne seit Langem Geld für Onlinewerbung ausgeben, haben Konsumgüterhersteller wie Procter & Gamble mit Marken wie Pampers oder Ariel erst seit Kurzem damit begonnen, mehr in diese Werbeform zu stecken. Ein Grund für das steigende Interesse sind neue Technologien. Bislang war es schwierig, inhaltlich passende Websites zu finden, auf denen sich im großen Maßstab erfolgreich für Waschmittel oder Windeln werben lässt.

Nun aber sollen Technologien von Doubleclick, Yahoo oder Aquantive und deutschen Anbietern wie Wunderloop oder Nugg-AD Aufschluss darüber geben, welche Nutzer sich für solche Produkte interessieren. “Wir gehen davon aus, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren die Display-Werbung zu 50 Prozent verhaltensorientiert gesteuert wird”, sagte Michael Kleindl, der mit Skype-Mitgründer Niklas Zennström zu den Wunderloop-Investoren gehört.
Vorteil der Transparenz
“Es gibt eine ganz klare Verschiebung hin zu diesen Werbeformen”, sagte auch Michael Fischer, Experte für Onlinewerbung bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Der besondere Charme dieser Werbung liege darin, dass sie den Werbetreibenden viel mehr Transparenz liefere.”
FutureZone berichtet, dass aus einer entsprechenden Mitteilung an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission hervorgeht, dass Google umgerechnet für 2,9 Millionen Euro eine Minderheitenbeteiligung an der neuen Biotech-Firma 23andMe Inc. erworben hat. Gründerin der Firma ist die seit kurzem mit Google-Mitgründer Sergey Brin verheiratete Anne Wojcicki.
23andMe soll Technologien entwickeln, die “Individuen einen tieferen Einblick in ihr Erbgut und ihre Abstammungslinien geben”, sagte Wojcicki. Google-Sprecher Jon Murchinson gab bekannt, dass der Medienkonzern deshalb in Wojcickis Firma investieren wolle, weil es Teil von Googles Zielsetzungen sei, dass sich Menschen ihre genetischen Informationen erschließen können.
Wojcickis Firma soll gegen Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen. Ihr Slogan: “Genetik wird persönlich”. Versprochen wird, in guter kalifornischer Tradition, bessere Selbsterfahrung durch High-Tech.

Wie Heise und Guardian berichten hat Google im April einen Patentantrag für eine Methode eingereicht, mit der sich die psychologischen Profile von Millionen Menschen erzeugen lassen, indem ihre Aktivitäten bei Online-Spielen heimlich verfolgt werden. Aus den Online-Verhalten ließen sich Aufschlüsse über Persönlichkeit und Vorlieben der Spieler ziehen, um diese Profile an Interessenten zu verkaufen, die in Spielen werben wollen.

Das Patent wurde in den USA und in Europa eingereicht. Der Patentbeschreibung zufolge eignen sich Rollenspiele wie World of Warcraft oder Second Life am besten für die Erzeugung psychologischer Profile, da hier die Spieler mit anderen interagieren und Entscheidungen treffen, die denen ähnlich sein könnten, die sie im wirklichen Leben treffen.
Als ehemaliger WoW Spieler muss ich wohl mein altes Freud Buch zücken…. Schizophren?
Dem Artikel zufolge könne man aus den Dialogen herauslesen, ob ein Benutzer beispielsweise vorsichtig, höflich, aggressiv, verletzend oder ruhig sei, zudem ließen sich aus dem Spielverhalten auch Persönlichkeitseigenschaften wie kooperatives, aggressives, riskantes Verhalten erschließen. Damit könne man Werbung gezielter schalten, so der Patentantrag. Wer beispielsweise viel Zeit auf Erkundungen verwendet, könnte Interesse an Urlaubsangeboten zeigen, wer viel mit anderen Spielern spricht, wäre vielleicht Handy-Werbung gegenüber empfänglich. Wer länger als zwei Stunden am Stück spielt, könne auf Werbung für Pizzas, Kaffee oder Getränke ansprechen.
Beobachtet würden nicht nur Online-Spiele, sondern auch Spiele auf Konsolen mit einer Internet-Verbindung. Auch aus gespeicherten Spielinformationen ließen sich Informationen gewinnen. Nach Auskunft von Google beabsichtige das Unternehmen keine baldige Anwendung der beschriebenen Technik. Es handele sich dabei nur um einen von vielen Patentanträgen, die Google gestellt habe. Google hatte vor kurzem für 23 Millionen US-Dollar die Werbefirma AdScape aufgekauft, die Werbung in Spielen schaltet.
NewTeeVee berichtet über Experimente von YouTube zu In-Video Advertising. Anders als bisher gemunkelt wurde könnte YouTube nicht auf PreRoll VideoAds setzen [wie es MyVideo mit SevenOne Interactive aktuell bereits macht] sondern eine Abwandlung der Google AdWords Technologie hier einsetzen.
Die Werbung ist dem Wunsch des Users untergeordnet und wird nicht von vornherein aufgezwungen. Während des Abspielens des Videos scheint eine Video-Bauchbinde auf, die der User aktivieren kann. Beim Klick öffnet sich über dem origniär angesehenen Video eine zweite Video-Ebene die das Video-Ad zeigt.
Meiner Ansicht ist dies für den User als auch im Sinne einer modernen Online Werbekultur klar PreRoll vorzuziehen und würde für YouTube/Google auch einen klaren Wettbewerbsvorteil in Deutschland gegenüber MyVideo nach sich ziehen.
Die Paarung Google und YouTube scheint sich bezahlt zu machen.
Hier ein paar Screenshots:

