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Elf- bis 29-Jährige nutzen Online-Netzwerke täglich, aber meist nur kurz.

Wien (mpm). Wer nicht bei Facebook, studiVZ oder anderen sozialen Netzwerken dabei ist, der existiert nicht. Fast jeder Jugendliche ist heute bei mindestens einer Online-Community dabei, wie die „Timescout“-Studie der tfactory zeigt. Zum ersten Mal wurden Jugendliche dabei nach der Nutzung von Facebook & Co. befragt.

Nur 14,2% der Elf- bis 29-Jährigen gaben an, bei gar keiner Online-Community dabei zu sein (siehe oben stehende Grafik). Jeder Zweite (50,3%) hat ein eigenes Profil bei dem auf Studenten ausgerichteten Netzwerk studivz, das damit die am meisten genutzte Netzwerkseite unter Österreichs Jugendlichen ist. Facebook (35,7%) und myspace (29,4%) folgen auf Platz zwei und drei. Die Bindung an diese Online-Communitys ist durchaus eng: 62,9% loggen sich ein Mal oder mehrmals täglich ein.

„Das Interessante dabei ist“, sagt Jugendforscher Philipp Ikrath von der tfactory, „dass die Jugendlichen im Alter zwischen elf und 24 Jahren ein ähnliches Internetverhalten haben.“ Sprich: Ein elfjähriger Mittelschüler nützt Online-Communitys (und das Internet generell) auf die gleiche Art und Weise wie eine 24-jährige Jus-Studentin. Der „klare Bruch“ erfolge zwischen den unter 25-Jährigen und der Generation 25 plus, „die gerade nicht mehr mit den Internetmedien sozialisiert worden ist“ und ein anderes Internetverständnis hat.

Zwar sind auch die 30- bis 39-Jährigen (die in der Studie erfasst werden, um zu beobachten, wie lange Jugendtrends anhalten) zunehmend in Online-Communitys aktiv (siehe Grafik), allerdings eher, um geschäftliche Kontakte zu knüpfen oder Termine zu koordinieren. „Die registrieren sich nicht, um sich dann über Sinnlosigkeiten zu unterhalten“, sagt Ikrath. Kein Wunder, dass Xing, für berufliches Netzwerken angelegt, bei den über 30-Jährigen sehr beliebt ist: 27,9% dieser Altersgruppe sind Mitglied. Bei Jüngeren spielt Xing fast keine Rolle.

Da fast jeder Jugendliche via Online-Community erreichbar ist, müssten diese der ideale Werbemarkt sein. Oder? Nur bedingt, sagt Jugendforscher Ikrath. Zum einen werde Werbung in den Communitys als Eindringen in die Privatsphäre empfunden. Zum anderen ist die Aufmerksamkeit dort sehr beschränkt. Denn wirklich lange bleibt niemand: 26,8% bleiben weniger als zehn Minuten eingeloggt, 29,5% weniger als eine halbe Stunde.

20.03.2009 | 18:37 |  (Die Presse)


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