Xing, Facebook und Co geraten unter Druck

Das deutsche Internet-Kontaktnetz Xing wird künftig gemäß einem Newsletter der APA e-Business Community bei zahlenden Nutzern auf Werbung verzichten. Nach dem Protest Tausender User hat das Unternehmen die im Dezember eingeführten Werbeschaltungen wieder teilweise von seiner Seite entfernt. “Wir bedauern es sehr, dass wir die Situation falsch eingeschätzt haben”, erklärte Xing (früher: OpenBC) in einer Mitteilung.

Zuvor hatten über einen kurzerhand in eine Abstimmung umfunktionierten öffentlichen Xing-Termin mehr als 6.500 Benutzer der Plattform, darunter auch zahlreiche aus Österreich, gegen den Schritt gestimmt. Xing ist nicht das einzige soziale Netzwerk im Internet, das wegen der Verknüpfung der Benutzer-Angaben mit Werbung und anderen Daten unter Beschuss geraten ist. Erst im Dezember musste die US-Plattform Facebook ihre Strategie dramatisch ändern, nachdem 85.000 Mitglieder gegen das Werbeanzeige-System “Beacon” protestiert hatten, durch das auf der Facebook-Seite des Benutzers beispielsweise seine zuletzt im Internet gekauften Kinokarten, Filme oder Flugtickets angezeigt wurden.

“Kontakthöfe im Internet” werden durchleuchtet

Vor kurzem hat die deutsche “Zeit” der “Durchleuchtung” der “Kontakthöfe im Internet” durch die Werbeindustrie eine Doppelseite gewidmet. Mit knapp 37 Millionen aktiven Nutzern ist Facebook mittlerweile mit der größten Community-Plattform MySpace (39 Millionen Nutzer) fast gleichgezogen. Daneben haben mit Hi5 und Orkut zwei weitere soziale Netzwerke den Sprung unter die populärsten zehn Internetangebote der Welt geschafft. Vor zwei Jahren war noch kein einziges darunter.

“Facebook kennt die Namen, das Alter, den Wohnort, die Ausbildung, über die Zeit auch viele Vorlieben und Interessen … und die persönlichen Netzwerke. So entsteht ein Muster der gesellschaftlichen Schichten und eine riesige Datenbank des Geschmacks. … Deshalb könnten Facebook und Co für die Werbungtreibenden ein Paradies werden”, beschreibt die “Zeit” die Entwicklung. Geht es nach den Prognosen von ZenithOptimedia, wird die Wochenzeitung damit recht behalten. Demnach sollen die weltweiten Werbeausgaben im Internet, die von 2006 auf 2007 schon von 27 auf 36 Mrd. Euro gestiegen sind, bis 2010 auf 61 Mrd. Euro anwachsen.

Leave a Reply